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DIY – Wanddekorationen

19. November 2017

Die Hochzeitslocationfrage

Wo fangt Ihr bei der Planung Eurer Hochzeit an? Sicherlich erstmal mit der Anzahl der Gäste und dann geht es ja schnell an das Thema: Wo feiern wir? Die Auswahl der Hochzeitslocation ist an und für sich ja schon nicht ganz einfach, denn in der Zeit von Anfang Mai bis Ende September, der Hochzeits-Hoch-Zeit, sind gefühlt viele Top-Locations schon ein bis zwei Jahre im Voraus ausgebucht. Aber auch wenn man den perfekten Ort für die perfekte Feier gefunden hat, kann es immer noch sein, dass man in der Hochzeitslocation ankommt und sich umschaut und die Wände einfach keine Romantik ausstrahlen. Eventuell weil sie zu gradlinig sind und eher an die Architektur einer Zahnarztpraxis erinnern. Oder weil die Farbe der Wände so gar nicht zur Farbe eurer Hochzeitsdekoration oder dem Thema eurer Hochzeit passt. Und genau da setzt dieser Blogbeitrag an: Was kann man tun, wenn zwar der Ort für die Hochzeit perfekt ist, aber die Wände der Hochzeitslocation dringend ein Update benötigen?

Hintergrundverschönerung im Papierrosetten-Stil.
Hintergrundverschönerung im Papierrosetten-Stil.

Was für Hindernisse im Weg stehen können

Grundsätzlich ist die Hochzeitslocation ja meist nur für einen Abend gebucht. Permanente Veränderungen mit Bohrer und Schrauben kommen daher in den wenigsten Fällen in Frage. Und die wenigsten Hochzeitspaare dürfen bereits ein bis zwei Tage vor der Feier in die Räumlichkeiten, um dort zu dekorieren. Stichwort Hochzeitsfloristik: Selbst der Blumenschmuck wird häufig erst gegen Mittag angeliefert. Viel Zeit zum Dekorieren bleibt also nicht. Dann folgt die Hochzeitsfeier, bei der in der Regel getanzt, gelacht, gefeiert und keine Rücksicht auf die Wände genommen wird 😉 Plus: Die meisten Hochzeitspaare müssen spätestens am Abend nach der Hochzeitsfeier die Räumlichkeiten, sei es ein Saal in einem Hotel, das gemietete Vereinsheim oder die Scheune des örtlichen Erlebnisbauern, wieder verlassen haben. Und die Hochzeitslocation gereinigt und im ursprünglichen Zustand hinterlassen haben. Und das nachdem man vermutlich bis spät in die Nacht gefeiert hat und wenig Schlaf hatte.

Was muss die Dekoration alles können?

Die Anforderungen an die Wanddekorationen sind also klar: Wunderhübsch, schnell anbringbar, aber auch rückstandslos zu entfernen (klingt eher sehr technisch, denn nach romantischer Hochzeitsdekoration), ohne Bohren und Schrauben an den Wänden (wichtiger Punkt, denn es gibt auch bohr-freie Aufsteller 😉 ) und dennoch relativ haltbar. Und idealerweise auch noch von einem Selbst zu erstellen. Na dann, auf geht’s, ran an die Kleber, Scheren, Stoffe und Papierstücke.

Die großen Fragen

Grundsätzlich bevor die Dekoration gekauft oder gebastelt wird, stellt sich erstmal die Frage: Wie groß ist überhaupt die Fläche, die verschwinden soll? Soll die ganze Fläche nicht mehr sichtbar sein? Oder reicht es schon, wenn die größten „Bausünden“ überdeckt werden? Hat die Wand noch eine andere Funktion, dient sie z.B. als Fotoboxhintergrund oder sollen hier eventuell Indoor-Paarfotos gemacht werden? Was passt eigentlich zur Location? Und in welche Farbe soll die Wanddekoration überhaupt haben?

Hochzeitsdekoration für die Wand im DIY-Style, Papierrosetten.
Hochzeitsdekoration für die Wand im DIY-Style, Papierrosetten.

Was kann ich selber machen und was möchte ich lieber kaufen? Und wenn ich die Sachen kaufen will, wo bekomme ich sie her? Viele Fragen und die Antworten darauf sind definitiv so individuell wie Eure eigene Hochzeit.

Die ganze oder nicht die ganze Wand. Das ist die Frage.

Bevor man sich überhaupt ans Basteln oder einkaufen machen sollte, stellt sich die Frage: Wieviel muss verschwinden oder möchte ich nur Akzente setzen? Gerade, wenn die Wand eigentlich nur ein kleines bisschen aufgehübscht werden soll, sind zum Beispiel Lichterketten ein tolles Element, um dem Raum etwas mehr Flair zu geben. Toller Nebeneffekt: Gerade zur späteren Stunde geben die Lichterketten ein tolles, warmes Licht und tragen wunderbar zur Atmosphäre bei.

 

Lichterketten sind natürlich schlecht geeignet, um große Hintergrundflächen verschwinden zu lassen, aber mit ihrem warmweißen Licht tragen sie doch erheblich zur Stimmung bei. Man kann sie entweder von der Decke hängen lassen wie hier auf den Bilder oder – das habe ich gerade bei Pinterest gesehen – einfach ein Paravent-Gestellt damit „bespannen“ und dadurch eine super schöne „Lichtwand“ erzeugen.

 

Um einer Wand einfach nur ein kleines Extra zu geben, eigenen sich auch hervorragend Wimpel- oder Dreiecksgirlanden. Wer jetzt sofort an Oktoberfest-Dekoration oder Vereinsheimsdeko denkt, dem kann ich versichern: In der DIY-Version sieht das ganz anders aus und auch die gekauften Girlanden sehen mittlerweile total süß und schmuck aus. Einige haben sogar ein Muster, dass an weiße Häkeldreiecke erinnert. Wer seine Hochzeit im Boho-Look gestalten möchte, für den könnten diese Girlanden das Tüpfelchen auf dem i sein. Auf meiner Pinterest-Wand „Up the Wall“ habe ich Euch ein Beispiel dafür gepinnt.

Dreiecksgirlade und Schmetterlingsdeko für die Wand.

Neben diesen Girlanden können auch kleine Schmetterlinge oder Herzen aus Tonkarton für einen schönen Look sorgen. Das letzte Bild zeigt eine Hochzeit in einem historischen Maschinenraum, den die Braut mit Wimpelgirlanden und selbstgebastelten Schmetterlingen dekoriert hatte.

Wer mehr auf Boho-Elemente in seiner Hochzeitsdekoration steht, der sei unbedingt auf Makramee-Dreamcatcher hingewiesen. Die werden gerade auf verschiedenen Hochzeitsblogs als DAS Dekoelement gezeigt und sehen tatsächlich unglaublich schön aus. Passend dazu kann man auch mit Hilfe eines Holzstabes und dickerem Garn einen schönen Wandvorhang gestalten. Und wer mehr auf Papier steht: Das gleiche Prinzip funktioniert wunderbar mit Krepppapier.

Krepppapier ist einfach ein Allaround-Talent im Dekorationsbereich. Man kann daraus eine tolle Alternative zum Blumenkranz basteln (also praktisch einen Kreppkranz), man kann damit sogar Stuhlhussen nachbilden und es entweder an einem Stab befestigt vor eine Wand hängen – dann kann man es auch so lustig eindrehen – oder einfach direkt vor eine Wand hängen.

Krepppapier als Wanddeko

In etwa so. Ich habe dafür das etwas stabilere Floristenkrepp verwendet, dass wesentlich wasserunempfindlicher und definitiv reißsicherer ist. Allerdings sollte es – genauso wie die Papierrosetten – nicht in der Nähe von Kerzen oder anderen offenen Flammen stehen 😉

Apropros Papierrosetten: Diese wunderbaren Gebilde, die man hervorragend aus Seidenpapier basteln selbst kann, eignen sich nicht nur als kleines Pflaster für unschöne Stellen oder als Deko-Extra, sondern man kann sie auch super als kompletten Wandhintergrund benutzen.

Papierrosetten vor Wand

Aus Seidenpapier gemacht, kann man sie praktisch in fast allen Farben herstellen. Die Herstellung dauert zwar etwas, aber die Dinger sind so federleicht, dass sie eigentlich sehr gut mit einem kleinen Tesafilm-Streifen halten.

Bevor ich zum Thema DIY-Fotoboxen bzw. Indoor-Portraitsession weitergehe, noch eine kleine Idee, die ich gerade auf Pinterest entdeckt habe: Man kann mit Hilfe von Packband oder vergleichbar dickem Garn, schönen Holzwäscheklammern und Bildern und/oder kleinem Grün (also einem kleinen z.B. Tannenzweig) auch eine tolle Wanddeko zaubern. Dafür spannt man das Band horizontal und klemmt die Dekoelemente (Zweig oder Fotos) in regelmäßigen Abständen mit Hilfe der Holzklammern an das Band. Mehrere von diesen Bändern übereinander ergeben dann eine wunderschöne Deko. Schaut auf meinem Pinterest-Board vorbei, bei dieser Idee musste ich einfach einen Pin setzen.

Dekorationen für DIY-Fotoboxen und Indoor-Portraitsessions

Wer einen hohen und weiten Raum hat, braucht sich eigentlich bei seiner Hochzeit weder vor schlechtem Wetter, noch vor einer langweiligen Fotobox fürchten. Der Klassiker bei Fotoboxen ist ja eigentlich eine weiße, schlichte Wand oder ein schwarzer Stoffhintergrund. Aber wer es etwas individueller mag, kann auch einfach entspannt ein paar selbstgebastelte Wimpelgirlanden quer über die Wand hängen. Alternativ solltet ihr schauen, ob ihr vielleicht die Möglichkeit habt, Stoffvorhänge anzubringen.

Manchmal – wie hier im Bild – gibt es Locations, die dafür eh schon eine Vorrichtung angebracht haben. Sollte dem nicht so sein, ist das aber auch kein Beinbruch: Wer es quick-und-dirty mag, leiht sich beim örtlichen Fotoequipment-Verleih ein großes Hintergrundaufhängungssystem und schraubt das so hoch wie möglich und lässt daran die Vorhänge runter.

Wer mehr aus der Bastel-Holz-DIY-Ecke kommt, kann sich auch aus Holz eine Art kleines Tor mit Standfüßen basteln und dieses vor einer Wand platzieren. Netter Nebeneffekt: Je nachdem wie ihr dieses Tor bastelt, könnt ihr es so dekorieren, dass ihr praktisch auch da drunter einige Paarfotos während der Hochzeitsfeier macht. Gerade bei schlechtem Wetter eine Alternative zu Fotos im Regen, unter Dachvorsprüngen oder mit Regenschirm. Wie diese Idee in der Praxis aussehen kann, zeigen einige Pinns auf der „Up the Wall„-Wand. In Amerika sind solche Aufbauten noch etwas gewöhnlicher.

Wo bekomme ich Dekorationen und Dekoinspirationen her?

Und natürlich auch die ganzen Anleitungen, um Sachen selber zu basteln. Ein erster Anlaufpunkt: Pinterest. Ich habe hier eine Pinnwand erstellt, auf der ich verschiedene Pins zum Thema „Wanddekorationen“ gesammelt habe und mir selber für diesen Artikel auch Inspirationen geholt habe. Hier findet Ihr auch jede Menge verlinkte Artikel mit Anleitungen für DIY-Dekoration. Wer definitiv keine Lust oder Zeit hat, alles selber zu basteln, ist auf jeden Fall bei Rico Design gut aufgehoben. Das Bastelmaterial für meine Deko habe ich auch von dort. Wer es individueller und spezieller mag, dem sei DaWanda oder Etsy ans Herz gelegt. Auch hier findet man unter „Party Dekorationen“ oder „Paper Poetry“ einiges an tollen Dekorationen, die so nicht jeder hat. Und last but not least gibt es bei Facebook extra eine Gruppe, die sich nur dem Thema „DIY-Hochzeit“ widmet. Und zwar genau mit dem Namen 🙂

Ein paar sonstige Gedanken

Klar, kann man hinter einer gelungenen Wanddekoration einiges verschwinden lassen oder dem Raum einen romantischeren Look geben. Dennoch habt bei der Wahl Eurer Hochzeitslocation im Hinterkopf, dass jeder Raum immer nur begrenzt verändert werden kann. Ein relativ großer, steriler Raum kann sicherlich durch schöne Hussen und Wanddekorationen an Flair gewinnen, aber seine Grundsubstanz ändert sich dadurch nicht: Er bleibt groß und sofern die Decke nicht mit z.B. Stoffbahnen etwas „niedriger“ gezaubert wird und dadurch an Wärme gewinnt, bleibt der Raum auch immer etwas „zu groß“. Das krasseste Beispiel, was mir bisher untergekommen ist, war der Versuch eine Westernbar mit Büffelkopf über der Tür, Sätteln als Barhockern und Lichtverhältnissen wie in einem Westernsaloon in einen Vintage-Traum zu verwandeln. Da in dem Raum alle Möbel und alle bereits vorhandenen Wanddekorationen (wie gesagt, Büffelkopf und dazu noch Cowboyhüte und alles, was man sich so in einem klassischen Saloon vorstellt) beibehalten wurden, hatte die süße weiss-rosé Dekorationen auf den Tischen überhaupt keine Chance auch nur ansatzweise zu wirken. Der Raum blieb nachwievor ein Westernsaloon. Was total passig gewesen wäre, wenn das Motto der Hochzeit einfach „Western“ oder „Country“ gewesen wäre. So war es ein ziemlich ungewöhnliches Mashup.

 

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